Marseille & Alleppo Seife

die Geschichte einer Seife

So verbreitete sich das Wissen um die Seifenherstellung auch  schnell in Europa aus. Möglicherweise hat es im VIII Jh. in Italien angefangen dann im XI Jh. Frankreich in Marseille.

Richtig los ging es in Frankreich unter König Ludwig XIV. Er holte die besten Seifensieder nach Versailles.

Die Nachfrage nach Seife nahm stark zu, von der handwerklichen wechselte es zur industriellen Fertigung. Marseille entwickelte sich zu einer führende Seifenmetropole

Im Jahr 1688 wurde das  Edikt von Colbert erlassen, eine Art Reinheitsgebot,  womit die Herstellung der Marseiller Seife durch gesetzliche Regeln festschrieb wie dem Kochprozess in Heizkesseln, Seife aus mindestens 72 %  reinem Öl zu bestehen habe, keine tierisches Öl .

Im XIX j.h. zählte Marseille 90  Seifenfabriken, später bis zu ca. 110, dann folgte der Niedergang der Seifenfabriken.

Die Industrie florierter bis zum 1. Weltkrieg, zwischen den beiden Weltkriegen profitierten die Seifenfabriken von den Fortschritte in der Mechanisierung was noch mal ein Schub brachte.  Nach 1950 ging es dann richtig abwärts durch die starke Verbreitung von  synthetischen Putz- und Reinigungsmitteln und die Waschmaschinen kommen in die Haushalte. Die Seife wurde überflüssig. Die Seifenherstellung verbreitete sich außerhalb von  Marseille und der Provence bis in ferne Länder.

Seit den 80er Jahre stellt man nach und nach einer Rückkehr zu natürlichen und ökologischen Produkten fest, die Marseiller Seife wird wieder mehr gefragt.

Bis heute ist diese Entwicklung immer deutlicher geworden allerdings, durch den fehlender Schutz der Marseille Seife, entwickelt sich der Markt an Fälschungen ebenfalls. Weinig qualitative Produkte, so dass mittlerweile ca. 95% der Marseille Seifen Fälschungen sind oder von schlechter Qualität  mit minderwertige oder falsche Zutaten.

Die Seife aus Marseille wird wieder entdeckt, eine echte Alternative  zu den herkömmlichen Mitteln für die Köper- und Haushaltsreinigung  der chemischen oder Erdöl verarbeitenden Industrie.

Möglicherweise gehört auch die Seife zu den großen Erfindungen, die dem Zufall zu zurechnen ist.

In der Steinzeit soll die Verbindung aus Reste von Aschen und Fett, nachdem Fleisch auf dem Feuer gegrillt wurde, sich als Reinigungsmittel herausgestellt haben.

Eine schriftlich festgehaltene Rezeptur von den Sumerer gab es 2200 vor Ch. Aus Asche von Holz und Pflanzen, mit Ölen verkocht  erhielt man  eine Waschsubstanz, die wahrscheinlich eher als Heilmittel als zum Waschen genutzt wurde.

Der wirkliche Ursprung der Seife bleibt unklar. Dadurch, dass Seifen im Wasser löslich sind dürften uralten Seifen nicht entdeckt werden.

Die Erfahrung der Sumerer haben Ägypter und Grieche übernommen. Weitere Entwicklungen fanden bei den Römern statt, hier wurde auch die reinigende Wirkung der Seife erkannt.

Auf der Basis von Tierfette und rohem Alkali war die Seife beim Ansehen und Geruch nicht attraktiv und wurde zum Waschen verwendet.

Ab dem 7. J.H.  wurde sie in Palästina und im Irak hergestellt.

Auch die Araber waren es die die Seife schließlich für die Hygiene propagierten. Für die Herstellung wurde Olivenöl verwendet aber auch Talg.

Die Seife wie wir sie heute kennen sind die Nachkommen der Arabischen Kreationen.

Auch in Syrien wurde die Aleppo-Seife im 7. Jh. n. Chr. die Rezepturen verbessert und die Technik entwickelt. Pflanzliche Öle, Oliven- und Lorbeeröl, wurden verkocht und es entstanden die ersten festen Seifen, zur Körperpflege und Reinigung. Sicherlich verbreitete sie sich von Syrien aus zunächst nach Europa.

im Verlauf der Jahrhunderte gelangte das Wissen der arabischen Seifensieder in den westlichen Mittelmeerraum. Häufig wird behauptet, dass die Aleppo-Seife der Vorfahre der Marseiller Seife ist.

Geschichte Natron

Auch wenn Natron bei uns so hin und wieder in der Küche auftaucht, die erste Spurren davon datieren aus dem alten Egypten, somit schon 5000 Jahren. Anwendungen für die Hygiene, als Seife, zum Waschen und auch bei der momophizierung.

Ein wichtiges Mittel für die Schönheit vom Leben bis in den tod hinaus. Später war es auch ein wichtiger Bestandteil in der Industrie für Glas, Papier, Seife, Stoffe.

Verschiedene Verfahren wurden für die Produktin entwickelt wie 1775 vom Chemiker Nicolas Leblanc wofür allerdings hohe Temperaturen benötigt wurden und auch giftige Schadstoffe erzeugt wurden. Dann der Chemiker Ernest Solvay der ein einfacheres Verfahren aufbaute mit weniger Energiebedarf und Ökologischer.

Die Produktion von Natron kann lokal stattfinden, daher entfallen weltweite Transporte von Rohmaterial.

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